Das war knapp...

Dienstag, 22 November 2016 21:02

Am Sonntag (20.11.) ging es in die 2. Runde der Regionalliga Südwest, in der Garching 3 seine Premiere hat. Der Gegner war die 1. von Haar; da diese Runde ein Heimspiel war, hatte ich nicht so einen weiten Weg. Aber nun zum wirklich Spannenden.

An Brett 1 und 2 mit Denis (s) und Michi (w) waren die Gegner deutlich favorisiert - und das merkten wir auch.

 

Denis bekam nach einer scharfer Eröffnung (Trompovsky mit Übergang in KI/Benoni), in der Weiß seinen Bauern b2 opferte, und ebensolchem Mittelspiel Kloppe im Zentrum (naja, Benoni halt... da kann das schon mal passieren) - mit fatalem Ausgang (=zwei gegnerische verbundene Freibauern auf der 6. + Angriff).

 

Michi hielt länger durch (gefühlt zumindest, um ehrlich zu sein war ich mit meiner eigenen Partie beschäftigt). Nachdem er in der Eröffnung zunächst einen Damenflügel-Bauern gegeben hatte, entspann sich ein Kampf um das Zentrum, den keiner mit gewinnbringendem Vorteil für sich entscheiden konnte. Es kam letztlich zum Abtausch der Schwerfiguren, sodass ungleichfarbige Läufer übrigblieben. Doch was war das? Der Wenigerbauer machte sich bei Michi bemerkbar, und sein Gegner konnte den Damenflügel leerräumen. Und drei (Mehr-)Bauern sind im ungleichfarbigen Läuferendspiel leider meistens zu viel...

 

Georg (Brett 3, s) spielte eine recht konventionelle Eröffnung, infolgedessen verlief das Mittelspiel recht unspektakulär. Bis zum gegnerischen Qualitätsopfer auf e5. Unser Mann blieb - trotz der (scheinbaren) Bedrohung seiner Königsstellung durch den kurz darauf entstandenen Doppelbauern auf der f-Linie - ruhig und wies nach, dass das Opfer nicht genügend Kompensation bot - der König stand sicher abgeschirmt im Zentrum. Georgs Gegner spielte noch eine Weile, musste aber nach einigen Abtauschaktionen einsehen, dass es nichts mehr brachte.

 

Malte (Brett 4, w) kam in eine Theorievariante des Sveshnikov-Sizilianers. Der Gegner wich mit einer selteneren Variante ab (10...Lg7 statt f5), sodass sich bald ein Geplänkel in Zentrum und Königsflügel entwickete. Dies kulminierte in einer taktischen Abtauschaktion, und einige Züge später standen nur noch je 1 Dame + 1 Turm sowie wB f2/g2/h2 und sB a5/f7/h6 auf dem Brett. Die Damen wurden auch getauscht und kurz darauf war das Endspiel remis.

 

Gerhards (Brett 5, s) Figurenstellung mutete in der Eröffnung etwas seltsam an, doch sein Gegenüber hatte dem nichts entgegenzusetzen. Unser Kandidat für den Sieg spielte ein gutes Endspiel heraus und zwang den Gegner, ihm den freien g-Bauern gegen den freien h-Bauern zu lassen. Der erstere genoss die bessere Unterstützung durch die Figuren und bescherte Garching alsbald einen Punkt.

 

Hans (Brett 6, w), unser Captain, lenkte die Partie bereits von Anfang an in scharfe Bahnen. Wie immer war es eine seiner Lieblingswaffen, das Staunton-Gambit gegen den Holländer, das die schwarze Seite ins Schwitzen brachte. Unser Kämpfer investierte viele Bauern, um das gegnerische Zentrum zu öffnen - mit Erfolg. Er bekam Läufer+Springer gegen einen Turm und startete einen Mattangiff gegen den offenen König des Gegners. Dieser wurde sehr fleißig: Anstatt sich mit anderen Figuren zuzubauen und sich in die Ecke zu verziehen, klapperte er den ganzen Damenflügel nach einer Fluchtmöglichkeit ab. Marschroute des schwarzen Königs: Ke8-d8-c7-b6-a5-b4-c3-b2-b1-c1-b2-a2. Endstation. Hans' Materialvorteil wurde zu groß... wirklich sehenswert.

 

Oh, jetzt kommt ja meine (Brett 7, s) Glanzpartie. Ich wagte ein zweifelhaftes Eröffnungsexperiment und musste feststellen, dass ich zu Beginn des Mittelspiels schlechter stand. Mit Mühe und Not hielt ich aus und konnte in ein etwa ausgeglichenes Endspiel abwickeln. Doch dann kam in Zeitnot der große Moment: Mit einer Springergabel-Kombi nach einem schlechten Damentausch des Gegners gewann ich einen Bauern. Aber der war alles andere als leicht zu verwerten, weil mein König nicht sehr gut stand. Dieses Problem ließ sich jedoch relativ gut beheben, und nach dem Übergang in ein Läuferendspiel mit 3 vs. 1 Freibauern war das Spiel gewonnen - wenn auch etwas holprig. Zum Glück übersah mein Gegenüber einen Remisweg...

 

Und zu guter Letzt: Vuika (Brett Hm, welches wird es wohl sein?, w), altbekannter Angriffspieler, leider nur Ersatz. Für ihn lief es leider nicht so gut. Er spielte den Königsindischen Angriff (wie immer), geriet aber auf ungewohntes Terrain, als sein Gegner mit dem f7-f5-Vorstoß konterte, was die weiße Bauernwalze behindert. Das gefiel Vuika nicht besonders, er ließ sich zu einigen fragwürdigen Manövern hinreißen/zwingen. Letztlich brach sein Widerpart im Zentrum eiskalt durch und attackierte, nun selbst als Angreifer, Vuikas König. Unser Mann musste sich geschlagen geben.

 

Glücklicherweise wurde ich beim Stand von 3,5-3,5 als Letzter fertig...

Ein Sieg für Garching 3!

So kann es ruhig weitergehen, unsere Nummern 1 und 2 haben ja versprochen, nächstes Mal zu gewinnen :-)

Das wäre dann gegen Südost 2.

 

Hier der Link zu den Partien:

 

http://www.ligamanager.schachbund-bayern.de/bsb/pgn/partien.htm?ligaId=980