Auswärtssieg in weiter Ferne

Montag, 20 Februar 2017 12:18

Heute fand für uns die sechste Runde der Regionalliga Süd-West auswärts statt. Die Gastgeber, SC Türkheim/Bad Wörishofen residieren sehr weit weg von hier, doch die Fahrt lohnte sich letztlich, allein schon aufgrund der schönen Gaststätte, die dort als Spiellokal genutzt wird. Der erste Eindruck: Sehr sauber – heutzutage leider eine Seltenheit, wie ich finde. Vor allem die Fenster waren wirklich bewundernswert und glänzten uns an, als wären sie extra geschrubbt worden, um uns willkommen zu heißen. Zur Feier unseres 4,5-3,5-Sieges (wer hätte das gedacht...) habe ich mir eine Überraschung für den Leser überlegt.

Michi (2, s) spielte Caro-Kann, wie immer, denn wer kann, der kann (hmmm... naja, was Besseres fiel mir da nicht ein).

Sein Gegner wollt' ihn wohl überraschen, mit 3.f4 e5 (das Feld, kein Zug!) erhaschen.

Sf3, Sd3, Bb3, Lb2 – e5 unter Kontrolle, o wei o wei.

Doch Michi bleibt da ganz entspannt, auch nach Dg4 hat Dr. Fischer (der Gegner) nichts in der Hand.

Denn dessen Bauer d3 bleibt für immer schwach, und Michis Schwerfiguren-Batterie hält ihn wach.

So kam man zum Schluss: Da ist nichts zu machen – außer Remis.

Noch hat keiner was zu lachen.

 

Hans (6, s), der Captain, hatte nichts zu lachen, schon in der Eröffnung war kaum was zu machen.

Liegt's an der Variante? Man weiß es nicht. Jedenfalls war sein Gegner kein dummer Wicht.

Die Figuren von diesem stehen sehr harmonisch, Hansens dagegen letztlich eher komisch.

Am Damenflügel kommt der Läufer daher, und frisst Hans' Bauer, unser Mann hat es schwer.

Er versucht es mit einer „Counterattack“, doch der weiße König läuft einfach weg.

Der eigene Monarch steht dagegen sehr offen, da bleibt nicht mehr viel zu hoffen.

Der Gegner hat Mehrbauern zuhauf, nach einer Abwicklung gibt unser Mann auf.

 

Doch die Führung Türkheims währt nicht lang, denn meinem (7, w) Gegner wird angst und bang.

Dessen Najdorf-Sizi ging ziemlich daneben, seiner Dame nehme ich bald das Leben.

Der Computer hält es zwar für remis, doch halten kann das ein Mensch wohl nie (OK, das ist etwas übertrieben, aber was soll's).

Mein Gegner fand nicht immer den besten Zug, zum Gewinnen war es für mich genug.

Sein schwacher König kann es nicht überleben, wenn Dame und Turm viele Schachs ihm geben.

 

 

Der Vuika (8, s), der Vuika, juchheisa, juchhe, ihm zuzusehen, tat im Herzen mir weh.

Ausgemacht waren 8 Züge – richtig gelesen - bis zu seinem Siege.

Stattdessen kämpfte er ums Remis, der Schwächling e6 überlebt das nie -

dachte ich. Doch irgendwie

Bekam Vuika Gegenspiel, eine lange Diagonale half ihm viel.

Der gegnerische König war plötzlich schwach, da half nur noch ein Dauerschach.

 

Gerhards (5, w) Eröffnung verlief in ruhigen Bahnen, seine starke Idee konnte er gut tarnen...

Da plötzlich der Einschlag auf c5, das war kein Zug von einem Pimpf! (:D, was anderes, was sich auf 5 reimt, fiel mir wirklich nicht ein...)

Die drei Bauern sind einfach zu stark, der Läufer machtlos, das Gegenspiel karg.

Genaugenommen nicht vorhanden, der Gegner sah alle Chancen versanden.

Und so gab er auf. Nun kommt der entscheidende Lauf...

 

Maltes (4, s) Endspiel war sehr interessant, das Mittelspiel zu kompliziert für mein' Verstand.

Auch die Eröffnung, die sehr seltsam war, Grünfeld-Indisch ist wunderbar -

kompliziert. Das ist nicht mein Ding, ebenso wie's Endspiel, das Remis ausging.

Maltes Mehrbauer war nicht so wichtig, die gegnerische Aktivität machte ihn nichtig.

Doch mehr als Remis war wohl nicht drin, da gab es höchstens für Schwarz 'nen Gewinn.

 

Sven (3, w) verfehlte knapp seine Lieblingsvariante, die er bis vor kurzem noch gar nicht so kannte.

Sein Gegner wich ab und wurde aktiv auf der zweiten Reihe. Da ging doch was schief...

Tatsächlich war die „Qualle“ weg, sein Springer musste werden ziemlich keck,

doch fand er zu seinen Bauern zurück. Da hatte der Sven noch einmal Glück.

Die Bauern tauschten sich allmählich ab, der Turm bringt den Springer allein nicht ins Grab.

Also noch ein Remis, so spannend war's nie!

 

Der letzte, der spielte, war Denis (w) an 1. Auf ihn kam es an, Remis gab es keins -

so sah es aus in der Partie. Doch was war das? Du glaubst es nie -

der Gegner übersah es. Denis hatte die Chance -

kaltblütig sah er jede Nuance.

Unentschieden war jetzt das Spiel, es zu halten brauchte es nicht mehr viel.

 

4,5-3,5!

So kann es gerne weitergehen. Optimistisch in die Zukunft wir sehen! :-)