Dank enormer Schützenhilfe: Garching I schafft Klassenerhalt in der 2. Bundesliga!

19. März 2017

Zum Saisonabschluss ging es in der Doppelrunde zu Hause  am 18.03 und 19.03. gegen unseren Tabellennachbarn aus Bad Mergentheim und gegen die nominell übermächtigen Augsburger um „alles“. Dabei bedeutet in der Garchinger Welt das Wörtchen „alles“ nicht mehr und nicht weniger als der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga Ost.

Garching – Bad Mergentheim 4:4

Wir befanden uns vor dieser Doppelrunde noch auf Platz 8 (einer von drei Abstiegsplätzen!) und setzten im Vorfeld alle Hebel in Bewegung, um die bestmögliche Mannschaft für dieses Wochenende an die Bretter zu bekommen ( An dieser Stelle insbesondere nochmals herzlichen Dank an Roland für seinen Einsatz!). Um so mehr rieben wir uns die Augen, als klar wurde, dass unsere Mitkonkurrenz aus Bad Mergentheim mit nur 6 Spielern zu diesem alles entscheidenden Wochenende angereist war. Des Rätsels Lösung: Gleich zwei Spieler waren genau am Spieltag erkrankt und in der Kürze der Zeit nicht mehr zu ersetzen. Aber trotz der daraus resultierenden Garchinger 2:0-Führung durch die kampflosen Siege von Roland und Johannes:  Wer nun glaubte, der Kampf sei gelaufen, der irrte gewaltig. Das Leben und das Schachspiel schreiben eben die unglaublichsten Geschichten. Zuerst lief noch alles nach Plan: Thoschi konnte mit Schwarz nach 22 (!) Zügen in ein trockenes Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern einlenken – remis. Ähnlich hygroskopische Eigenschaften waren kurz darauf in Jiris Damen/Springer-Endspiel zu finden, was zum nächsten Remis mit den schwarzen Steinen führte. 3:1-Führung also zu diesem Zeitpunkt! Doch dann kippte der Kampf: Chris hatte eine messerscharfe Stellung mit Rochaden an unterschiedlichen Flügeln. Die nachträgliche Rechneranalyse bestätigte den subjektiven Eindruck der Kiebitze, dass Chris lange Zeit auf Gewinn stand. Aber in beiderseitiger Zeitnot gelang es Chris nicht, den weißen Monarchen bei seiner Wanderung bis nach b5 zu erlegen. Das Figurenknäuel im Zentrum sorgte für extrem komplizierte Varianten, und am Ende drehte sich das Ganze doch noch bis zum Matt der schwarzen Majestät. Nur noch 3:2. Harry hatte seinen schwachen Bauern c6 für leichten Entwicklungsvorsprung geopfert. Die Kompensation stellte sich jedoch als zu homöopathisch heraus und sein Gegner verwertete den Vorteil zu einem vollen Punkt – 3:3. Volker sah sich im Endspiel mit beiderseitigem Turm + Springer einem beweglichen Zentrum gegenüber. Sein Gegner spielte diese Partiephase sehr stark. Spätestens als sein gegnerischer Großmeister im Springerendspiel das Feld g5 für sein Ross freischaufelte, von wo dieses nicht nur alle schwachen Bauern überdeckte, sondern auch den eigenen Freibauern unterstützte, war der Kampf gelaufen. Trotz des reduzierten Materials in der Schlussstellung (nur noch jeweils ein Springer und zwei Bauern waren übrig) war nix mehr zu retten – 3 : 4 – Rückstand. Die letzte Partie spielte an diesem Tag (wie so oft J ) Elena. Sie hatte in der Eröffnung am Damenflügel kurzzeitig einen Bauern geopfert, um im Gegenzug auf überwältigende Art und Weise an selbiger Stelle Druck zu erzeugen. Am Ende entstand ein Endspiel mit Mehrbauer (Springer + 3 Bauern gegen Läufer + 2 Bauern), das sie trotz fast vollständig verbrauchter Bedenkzeit stark nach Hause brachte. 4:4-Endstand. Durch dieses Unentschieden hatten wir Plauen überholt und die Abstiegsplätze verlassen! Nun ging es darum, am nächsten Tag gegen Augsburg nicht weniger Mannschaftspunkte zu machen als im Fernduell die Konkurrenz aus Plauen gegen Erfurt.

Aber…….

Augsburg – Garching 7 : 1

Das Spiel verlief ähnlich heftig wie das Fussball-WM-Halbfinale von 2014 Deutschland-Brasilien und endete mit dem gleichen Ergebnis. Lediglich Chris und Jiri konnten ihre Partien remisieren – ansonsten flatterte eine Niederlage nach der anderen ins Haus. Lediglich Johannes spielte eine richtig starke Partie, überspielte seinen Gegner und hatte ein gewonnenes Endspiel (Dame/Läufer gegen Dame/Springer). Aber selbst dieses Endspiel ging noch „irgendwie“ verloren.

Gott sei Dank machten die Erfurter für uns die Arbeit, indem sie im Fernduell unsere Konkurrenz aus Plauen mit 6:2 bezwangen. Dank eines höheren Brettpunkte-Scores bleiben wir nun in der Tabelle auf dem ersten Nichtabstiegsplatz – Rang 7! Puuuuuuhhhhh, das war knapp. Da hatten wir richtig Dusel – der Klassenerhalt ist mal wieder geschafft! Jetzt freuen wir uns nach der Sommerpause auf eine weitere Saison in der 2. Bundesliga!