Der Feuervogel beim MSC

27. März 2017
Drei Tage lagen wir in der Asche von Haar. 2 zu 6. Wie konnte das passieren? Wie sollten wir damit umgehen? Wackeln Stühle? Akute Abstiegsgefahr? Muss der Mannschaftsführer gehen? Ok so dramatisch war es vielleicht nicht, aber die Niederlage in der Höhe unerwartet. Aber wie heißt es so oft wenn man stürzt? Aufstehen und schnellstmöglich nochmal probieren. Und so setzten wir uns bereits an einem Montag an die Bretter des Tabellenführers und stiegen empor wie Phoenix aus der Asche. Strahlend. Mit 5,5-2,5.
 
Den ersten Teilpunkt lieferte Robin an 1. In einer Theoriestellung, die sein Gegner wohl besser hätte kennen können als er selbst, steuerte er schnell den Remishafen an.
 
Christian an 6 holte nach Rücksprache mit dem Mannschaftsführer und Blick auf die anderen Bretter (1 sehr gutes, 1 gutes, kein wirklich ganz schlechtes) den nächsten Halben. Nach zahlreichen Abtäuschen war im Schwerfigurenmittel- und Endspiel wohl nicht mehr drin.
 
An 3 beendete Johannes das oben erwähnte sehr gute Brett. Nach dem kleinen (oder auch größeren) Malheur der letzten Runde entfachte er ein Feuer, holte sich gefühlt mehr Raum als das Brett eigentlich hergeben kann, opferte die Verteidigung der zurückgedrängten Gegenspieler kaputt und gewann Material samt Partie. Da gab es nichts zu meckern und die Führung war besorgt. 2-1. Soviele Punkte wie gegen Haar aber es war noch lange nicht Schluss.
 
Simon an Brett 2 hatte erst Angriff, als dieser nicht wie gewünscht durchschlug fühlte er sich in seiner Stellung etwas unwohler. Aber auch hier wurde recht zügig Remis vereinbart und laut propagierten Matchplan lief es bis zur Halbzeit sehr gut und nach Plan.
 
Zeitlich kurz nach Simon war auch ich (Gregory) fertig. Mit Schwarz konnte ich überraschend ohne größere Komplikationen Ausgleich erlangen. Vielmehr traute ich mich auch auf mehr zu spielen und sogar eine Gewinnstellung zu erlangen. Der entscheidene Punch mittels Fesselung wurde aber nicht gesehen und nach Übergang in ein besseres aber doch remislichen Endspiels stand es 3-2.
 
3 Partien liefen somit noch, keine stand in besonders akuter Gefahr verloren zu gehen und somit war das Warten auch erträglicher.
 
Yaman an Brett 5 konnte den anfänglichen Zeitvorteil seines Gegners immer mehr neutralisieren und auf dem Brett einen Qualitätsvorsprung herausarbeiten. Nach weiteren Drohungen zum Materialgewinn sowie Angriff auf den gegnerischen König und ohne etwas anbrennen zu lassen konnte er die Zweipunkteführung holen. 4-2.
 
An Brett 8 geschah nicht so viel und Daniel bot nach dem 40. Zug Remis. Wohl vom Zwischen- und Brettstand ausgehend wurde dies abgelehnt. In der Folge sah sein Gegner aber absolut kein Land mehr, verlor Material um Material, musste sich 2 Damen gegenüber sehen (oder auch zeitlich umgekehrt), spielte weiter und weiter. Schließlich durfte Daniel mit Dame+Springer+Läufer gegen Läufer das Matt mit allen Zügen bis zum Ende zelebrieren und die Anerkennung des Gegners letztendlich einholen. Damit war der Mannschaftskampf entschieden.
 
Helge, kurzfristig an Brett 7 eingesprungen, hatte zwar einen Bauern weniger, dafür aber Dank Läuferpaar Kompensation. Wie genau die Waagschalen während der Partie ausschlugen kann ich nicht genau beurteilen, aber große Vorteile dürfte niemand gehabt haben und so entschied man sich zur Punkteteilung. (Anm. Helge: Naja, wenn der Gegner die Chance auf +10 auslässt, dann ist Remis auch gerecht...)
 
5,5-2,5 gegen den Tabellenführer und großen Favoriten der Gruppe. Wenn das keine vollständig gelungene Rehabilitation ist, was dann? Stühle wackeln also keine mehr und das kurzzeitig aufgeschreckte Abstiegsgespenst lassen wir mal wieder unterm Bett verschwinden. Und die kleine Randnotiz, dass wir im Dreiervergleich mit Haar und dem MSC durch das verpasste 6-2 nicht ganz gleichziehen konnten lassen wir mal auch getrost und guten Gewissens eine Randnotiz bleiben.